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Studienabbruch – Kein Grund zur Panik!

Der Arbeitsmarkt bietet große Chancen

„Ich schäme mich.“ „Ich bin total verzweifelt!“ „Ich habe Zukunftsängste.“ – Solche Sätze sind in Foren zum Thema Studienabbruch keine Seltenheit. Fakt ist: Etwa jeder Dritte beendet sein Studium an deutschen Hochschulen vorzeitig. Für die meisten Studierenden ist der Ausstieg eine große Belastung, besonders weil ihnen zunächst die Perspektive fehlt. Doch Studienabbrecher haben in Deutschland gute Chancen auf eine aussichtsreiche berufliche Zukunft!

Nach dem Abbruch: „Die Unsicherheit war schon da“

Daniel Leckschas hatte Verkehrswesen für Luft- und Raumfahrttechnik an der TU Berlin studiert. Doch nach zwei Semestern merkte er: Das ist nicht das Richtige. Er brach ab und machte sich auf zu neuen Ufern, begann eine Ausbildung bei dem Versicherungsunternehmen Debeka. Daniel Leckschas nahm sich den Ausstieg zwar nicht so zu Herzen wie manch anderer Studienabbrecher, doch ohne Zweifel war sein Weg nicht. „Am Anfang war die Unsicherheit schon da“, sagt er. Doch schnell begann Leckschas die Vorteile seiner Entscheidung zu erkennen. Während der Ausbildung hatte er feste Arbeitszeiten, konnte sich ein Auto leisten und war finanziell unabhängig. Darüber hinaus merkte er schnell, dass ihm die Arbeit bei der Debeka viel Spaß machte.

Studienzweifler und -abbrecher können sich helfen lassen

So glatt wie bei Daniel Leckschas geht der Studienabbruch nicht immer vonstatten. Viele Studierende überlegen lange, ob sie den Schritt wagen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Bei den meisten sind es Leistungsprobleme, aber auch die finanzielle Situation kann ausschlaggebend sein. Zunehmend bemerkbar macht sich auch der Wunsch, lieber einer praktischen Tätigkeit nachzugehen. Egal, was Studierende bewegt, einen neuen Weg einzuschlagen. Sie müssen ihn nicht alleine gehen. Hochschulen, Kammern, die Agentur für Arbeit, Bildungsberatungen und die Jugendberufsagentur – sie und viele weitere Akteure bieten zahlreiche Hilfsangebote.

„Queraufstieg Berlin“ hilft gezielt

Doch manchmal ist es schwierig, sich im Dickicht der vielen verschiedenen Möglichkeiten zurecht zu finden. In Berlin wurde daher ein spezielles Beratungsnetzwerk ins Leben gerufen. Die Initiative „Queraufstieg Berlin“ vereint eine Vielzahl der beratenden Akteure in der Bundeshauptstadt und vereinfacht den Studierenden die gezielte Suche nach dem richtigen Angebot. „Wir sind der erste Ansprechpartner bei Studienzweifel und Studienabbruch und leiten sie dann zur passenden Beratung weiter“, sagt Sascha Gallisch von Queraufstieg Berlin.

Arbeitsmarkt: Studienabbrecher sind sehr gefragt

Sascha Gallisch und seine Kollegen verfolgen mit dem Beratungsnetzwerk mehrere Ziele: Zum einen sollen die Studierenden erfahren, dass ein Studienausstieg nichts Unnormales und keine Sackgasse ist. „Zum anderen möchten wir auch Werbung für die zahlreichen Möglichkeiten der berufliche Bildung machen“, so Gallisch. „Sie ist eine gleichwertige Alternative zum Studium.“ Zudem haben gerade Studienabbrecher gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Unternehmen schätzen an ihnen die ersten fachlichen Erfahrungen ebenso wie ihre persönliche Reife. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels werden Studienaussteiger zu einer interessanten Zielgruppe.

Studium im zweiten Anlauf

Daniel Leckschas hat keinen Zweifel mehr: Die Entscheidung zur Ausbildung bei der Debeka war die richtige. Mittlerweile studiert er sogar wieder: berufsbegleitend. Die Möglichkeit, neben dem Beruf oder dual zu studieren, finden viele Studienaussteiger interessant. Laut einer bundesweiten Erhebung des Bundesinstituts für Berufliche Bildung ziehen 31 Prozent von ihnen ein duales Studium in Betracht. Große Hoffnungen sollte allen Studienzweiflern und –abbrechern eine weitere aktuelle Studie machen: Demnach befinden sich Dreiviertel von ihnen bereits ein halbes Jahr nach der Exmatrikulation in einer Anstellung, einer Berufsausbildung oder haben sich selbstständig gemacht.

Gründe für einen Studienabbruch

Leistungsprobleme 30%
mangelnde Studienmotivation 17%
sonstige Gründe 16%
Wunsch nach praktischer Tätigkeit 15%
finanzielle Situation 11%
persönliche Gründe 11%

Eigene Darstellung nach „Queraufstieg Berlin“ (2017): „Aufbereitung aktuelle Studienergebnisse“

 

9. jobmesse berlin

Die jobmesse berlin am 07./08. Oktober in der Mercedes-Welt am Salzufer bietet mit 110 Ausstellern tausende Karrierechancen in sämtlichen Branchen und bei vielen namhaften Unternehmen. In diesem Jahr nimmt sie zudem das Thema „Studienabbruch als Chance“ besonders in den Blick.

Daniel Leckschas und Sascha Gallisch sind auch dabei. In einer Podiumsdiskussion berichten sie am Messe-Samstag von ihren Erfahrungen.

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