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Slow Work – ein Gegenkonzept zu „Höher, schneller, weiter“

Na, wann hattest du das letzte Mal Zeit?
Hört man sich im Bekannten- und Freundeskreis um, wird einem oft nur ein „Ich hab‘ total viel Stress – wie immer“ entgegen gebracht.  Sozialstress, Haushaltsstress, Organisationsstress und allen voran: Stress bei der Arbeit.
Niemand hat Zeit. Kunden möchten ihr Projekt am besten vorgestern erledigt haben, Überstunden sprechen für eine höhere Effizienz und wer Pause macht, hat am Tag ohnehin weniger geleistet. Oder?!
Im Zuge von Entwicklungen wie New Work beginnt auch ein Wandel bezüglich Leistungsdruck und Optimierungswahn: Slow Work heißt das Konzept, das vor allem die Generation Y sich im Arbeitsleben wünscht. Weg von #workhardplayhard und #beschleunigung, hin zu #digitaldetox und #entschleunigung.
Was vor Jahren noch als Bereicherung gesehen wurde, beispielsweise die Einführung des Smartphones, ist heute die Handschelle an vielen Händen. Ständige Erreichbarkeit hat die Grenze von Arbeits- und Privatleben aufgehoben – für viele ein erster Schritt hin zum Burn-Out. Die einen sagen, die Belastungsgrenze der Menschen sinke schlichtweg, andere sehen das heutige Arbeitsleben als Ursache. „Höher, schneller, weiter“ führt eben auch zu dauerhaftem Stress, dadurch erhöhten Fehlerquoten, Minderung der Kreativität und Produktivität und im schlimmsten Fall in Depressionen.

Einen Gang runterschalten

Slow Work soll produktiver machen und baut auf einer ausgeglichenen Work-Life-Balance auf. Oftmals ist diese jedoch noch gar nicht gegeben. Viele Arbeitgeber stehen dem Konzept auch noch negativ gegenüber, weil es oft noch mit Zeitverschwendung assoziiert wird. Gerade in kreativen Bereichen dauert es allerdings bis bestimmte Ideen und Prozesse gereift sind. Weniger To Dos pro Tag bedeuten nicht weniger Arbeit, sondern mehr Zeit für die einzelnen Punkte. Kreativität findet Raum für neue Anstöße und Ideen. In einer Leistungsgesellschaft ist das oft zu romantisch gedacht.
Daher folgen einige Tipps, wie man Slow Work für sich persönlich betreiben kann und so seinen täglichen Stress reduziert:

1. To-do-Liste führen: Überblick verschaffen, Chance, dass etwas unter den Tisch fällt reduzieren

2. Monotasking statt Multitasking: Die Punkte sollen nach Wichtigkeit geordnet und stringent abgearbeitet werden – nur eine Aufgabe zu einer Zeit! Stichwort: Priorisierung. Konzentriert an einer Aufgabe arbeiten, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese schneller und besser erledigt wird.

3. Pausenrituale: Mittags – egal bei welchem Wetter – mal raus für einen Spaziergang. Bewusst eine Tasse Tee trinken. Wie auch immer die Pause aussehen mag: Der Körper braucht sie, um die Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

4. Auch mal Nein sagen: Mit zig Aufgaben zugemüllt werden, hilft am Ende des Tages niemandem. Falls tatsächlich keine Kapazitäten da sind, muss man auch mal Nein sagen können – ohne mit schlechtem Gewissen nach Hause zu gehen.

5. Achtsam sein: Innere Unruhe, nächtliche Träume, die mit der Arbeit zu tun haben – solche Anzeichen weisen definitiv auf eines hin: Slow down. Denn das schließt nicht aus, dass man seine Arbeit richtig gut macht.

 


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