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Silver Worker: Ambitionen gehen nicht in Rente

Sie ist und bleibt ein Streitthema: die Rente. Der Generationenvertrag soll nicht ewig funktionieren, Angst vor Altersarmut beherrscht die Diskussionen und das Renteneintrittsalter verschiebt sich immer weiter nach hinten. Aktuell soll es mit 67 Jahren in die wohlverdiente Pensionierung gehen – das muss aber nicht so bleiben. Vor Jahrzehnten galten 60-jährige schon als Greise, waren längst Oma und Opa. Dank Demographie und Medizin haben sich grundlegende Dinge verändert – 60 ist das neue 40. Und neben all‘ der Kritik am Rentensystem: Viele wollen den Ruhestand in seiner ursprünglichen Form gar nicht mehr.

Unsere Rente – ein überholtes Konzept?

Sie war mal die Belohnung für jahrzehntelanges Schuften. Endlich hatte man Zeit zu verreisen, sich um die Enkelkinder zu kümmern oder sich was zu gönnen.
Die Plattform Xing führte eine Befragung unter seinen Mitgliedern durch und 58% gaben an, dass sie mit 65 – 67 noch weiter arbeiten werden – entweder aus Spaß, wegen des Einkommens oder um mental fit zu bleiben. Die Prognose: Der Anteil der sogenannten Silver Worker wird künftig noch weiter zunehmen.
Sie nutzen Jobs für Selbstverwirklichung, selbstbestimmtes Arbeiten oder soziale Projekte, die sie während ihrer vorherigen beruflichen Tätigkeit nicht wahrnehmen konnten. Egal, ob dies nun eher Richtung „Anti-Retirement“ oder „Active-Retirement“ geht – Fakt ist, dass die freiwillige Rückkehr von Rentnern zu Betrieben eine große Stütze für die Wirtschaft ist. Ansonsten hätten Unternehmen mittlerweile noch mehr Schwierigkeiten, den Regelbetrieb aufrechtzuerhalten: insgesamt 1,4 Millionen Senioren – also jeder Neunte im Alter zwischen 65 und 74 Jahren – sind in Deutschland berufstätig. Dabei handelt es sich oft um Teilzeit- oder Minijobs.
Und das wirklich immer aus Spaß, nicht des Geldes wegen? Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung fand in einer Studie heraus, dass 97% wegen dem Spaß an der Arbeit und dem Kontakt zu anderen Menschen noch erwerbstätig sind. 74% der Befragten gaben Geld als Grund an. Dennoch sind die Gründe „das Gefühl, gebraucht zu werden“ und „eine Herausforderung haben“ noch weit vor dem monetären Motiv anzusiedeln.
Die meisten erwerbstätigen Ruheständler hatten in ihrem Berufsleben mitunter sogar ein sehr hohes Nettoeinkommen. Ambitionen gehen daher wohl einfach nicht in Rente – vor allem in Zeiten von einer längeren Lebenserwartung durch medizinischen Fortschritt. Das war’s mit Omas selbstgehäkelten Topflappen. Zum Glück gibt es hippe Handmade-Läden. 😉


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